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Schülerschreibwerkstatt der Gesamtschule HennefGeschichten und Erzählungen | Gedichte | Figurengeschichten |
Geschichten und Erzählungen
Selbstmord
als Ausweg?| Die Insel Tuwaku | Robin,
der Helfer in der Not Alle
Rechte liegen bei den Autorinnen und Autoren.
Selbstmord als Ausweg?Tim war ein Junge, der mit seinen Eltern überhaupt nicht klar kam. In der Schule war er auch nicht gut. Er hatte fast keine Freunde. Nur Florian, sein bester Freund, verstand ihn. Er wußte, was er fühlte. Kathrin, die Neue in der Klasse, sah gut aus. Er verliebte sich in sie. Kathrin fühlte was er fühlte, und sie verstanden sich auf Anhieb gut. Sie verliebten sich. Sie gingen zusammen ins Kino und Eis essen. Eines Tages erfuhr Tim, daß Kathrin wegziehen würde. Für ihn hatte das Leben keinen Sinn mehr. Er schloß sich in der Toilette ein und schnitt sich die Pulsadern auf.
Eva Schüchter 1997
Sommerferien Reisezeit Suchen Sie ein Reiseziel, das Sie noch nicht kennen? Es ist soeben erst entdeckt worden. Doch niemand weiß, wie man dorthin kommt. Vielleicht finden Sie es. Willkommen auf Tuwaku, der wahrscheinlich spannendsten Insel der Welt! Die Insel Tuwaku ist von zwei schönen Mädchen, einem weisen Mann und einem Medizinmann zusammen entdeckt worden, die sich in diesen entlegenen Teil der Welt verirrt hatten. Einmal, als alle vier Hunger hatten, gingen sie in den Wald. Da sahen sie ein Tier. Als sie es fangen wollten, schrie das Tier: „Laßt mich in Ruhe!“ Voller Schreck ließen sie das Tier laufen. Also gab es auf Tuwaku sprechende Tiere. Nun wußten sie, diese Insel war nicht so wie andere Inseln. Den Besucher erwarten auf Tuwaku aufregende Abenteuer. Man übernachtet wie die Inselbewohner in kleinen Zelten auf Isomatten, in Grashütten oder in vornehmen 5-Steine-Hotels. Unbedingt zu empfehlen ist ein Besuch der großen Höhlen, die sehr seltsam eingerichtet sind. Manchmal führen dort Zauberer echte Kunststücke vor. In den Höhlen gibt es an den Wänden Höhlenmalerei und seltsame Schriftzeichen zu sehen. Aber Vorsicht, Drachen gibt es in manchen Höhlen auch! Haben Sie Probleme mit Geistern? Auf Tuwaku kein Problem, denn es gibt genügend Geisterbeschwörer. Auf Tuwaku gibt es ungefährliche Vulkane, die jeden Donnerstag ausbrechen, nur so zum Spaß. Außerdem gibt es Urwälder, in denen Außerirdische mit ihrem Raumschiff landen und starten. Am weißen Sandstrand kann man zehn Meter hohe Palmen sehen. Das Meer ist tiefblau. Am schönsten aber sind die Wiesen, wo sich die merkwürdigen Grasmännchen verstecken. Mit ein bißchen Glück kann man sie tanzen sehen.Wer keine Angst hat, darf von der heiligen Quelle trinken, die zum saubersten Fluß der Welt wird. Vorher muß man eine Prüfung bestehen. Was das für eine Prüfung ist, erfährt man erst, wenn man dort ist. Manchmal kann man in den Dörfern oder auf den Wiesen Kriegern mit wilder Kriegsbemalung begegnen. Diese tanzen bei Festen wie wild um ein Feuer herum. Es gibt auch schöne Mädchen. Sie sind meistens dünn und haben lange oder kurze Haare. Die weisen Männer von Tuwaku holen sich die schönen Mädchen und tanzen mit ihnen herum. Die sprechenden Tiere gehören zum Haus der Götter. In diesem Haus tanzen jeden Mittwoch die Außerirdischen mit dem Feuergott den Jupitertanz. Danach können sie mit dem Feuergott und den Außerirdischen die köstlichsten Speisen probieren. Die sprechenden Tiere warnen die Eingeborenen übrigens vor den Hurrikans, die ab und zu über die Insel fegen. Sie können ebenfalls mit diesen Tieren plaudern. Jedes Tier hat andere Interessen. Hasen z.B. sind sehr am Wettlauf interessiert, die Känguruhs sind mehr für Basketball. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Bauminsel, die sich hoch oben auf einem riesigen Baum befindet. Dort oben sind geheimnisvolle Schriftrollen versteckt. Vor der Hauptinsel befindet sich die etwas kleinere Hamburger - Insel. Dort kann man sich von einem Ende zum anderen durchfressen. Sie sehen, Tuwaku ist einmalig . Die einzige Schwierigkeit besteht darin, diese Insel zu finden. Viel Spaß bei der Suche! Schüler/innen der Klasse 5B Gesamtschule Hennef
Robin, der Helfer in der NotHallo,
ich bin der kleine Robin, und ich bin ein Zwerg. Wißt ihr, was ich vor einiger
Zeit erlebt habe? Nein? Dann will ich es euch erzählen.
Mein kleiner FreundSchnell noch den Rasen mähen, bevor es wieder regnet. Dunkle Wolken zeigen sich am Himmel. Da fallen auch schon die ersten Tropfen. Der Rasenschnittauffangbehälter ist schon wieder voll. Ab mit dem Rasenschnitt in den Kompostbehälter. Gerade will ich den natürlichen Abfall entsorgen, da sehe ich ein braun geflecktes aufgeplustertes Etwas mit einem verhältnismäßig großen Schnabel im Vergleich zur Körpergröße auf dem Rand der Behälteröffnung sitzen. Mal den Kopf nach links und rechts drehend schaut mich eine junge Amsel(Weibchen oder Männchen?)mit großen Augen an, so als wolle sie mir sagen: „Na Du, ist das nicht fürchterlich mit dem Wetter in diesem Sommer, man wird ja gar nicht mehr richtig trocken und kalt ist es auch.“ Vor dem einsetzenden Regen von einem belaubten Essigbaum gut geschützt, und unbeeindruckt von meiner Tätigkeit bleibt sie sitzen und schaut aufmerksam zu, was ich denn da in den Kompost kippe, aus dem sie sicher schon manch saftigen Wurm herauszogen hat. „Ganz schön mutig da sitzen zu bleiben und nicht Reißaus zu nehmen. Schon mal was von Fluchtdistanz gehört? Wohl nicht aufgepaßt in der Vogelschule was?“, denke ich amüsiert und freue mich über soviel naive Zutraulichkeit. Die Regentropfen werden dicker, und ich muß mich beeilen, damit ich fertig werde. Als ich zurückeile, um schnell den weiteren Rasenschnitt zu entsorgen, ist meine mutige Amsel nicht mehr da. Schade! Ein bißchen Hoffnung hatte ich doch, sie wiederzusehen. Also schütte ich meine grüne Ausbeute in den Kompost und lasse dabei den Blick ein wenig in die nähere Umgebung schweifen. Da vernehme ich direkt neben mir eine hektische Bewegung. In der grünen Tonne mit Brennesseljauche kämpft ein mutiger kleiner Vogel mit ausgebreiteten Flügeln heftig rudernd um sein Überleben. Eine Sekunde lang stockt mir der Atem bis ich begreife, was sich da vor meinen Augen abspielt. Schnell greife ich in die braune Brühe, um zu retten, was noch zu retten ist. Völlig durchnäßt, ausgepumpt und fix und fertig liegt ein zitterndes junges Vogelleben in meiner Hand. „Wieviel von dieser Brühe hast du schon geschluckt?“, denke ich und halte verzweifelt Ausschau nach der Amselmama, die hoffentlich in der Nähe ist und sich jetzt vielleicht besser um ihr Kind kümmern kann als ich. Mittlerweile regnet es in Strömen. Das Zittern in meiner Hand nimmt zu, und ich habe den Eindruck, daß mein kleiner Freund nicht vor Angst zittert sondern vor Kälte. Also entschließe ich mich, ihn mit rein zu nehmen und ihn zu fönen. Ein warmer und sanfter Luftstrom trocknet Feder für Feder dieses kleinen Körpers, der in meiner Hand liegt. Vorsichtig hebt er die kleinen Flügel an, damit die Wärme ihre Wirkung noch besser entfalten kann. Die kleinen Beinchen streckend dreht er sich hin und her, um alle Körperstellen dem warmen Wind preiszugeben. Das Zittern hört auf, und ein gleichmäßiges ruhiges Atmen zeigt mir, daß das Schlimmste überstanden ist. Der Regen hat mittlerweile aufgehört. Ich setze meinen kleinen Freund auf einer flachen Unterlage mit trockenen Holzspänen nach draußen auf den Rasen, damit die wohl schon sehr besorgte Amselmama ihren verlorengegangenen Schützling wiederfindet. Anstatt nach seiner Mama zu rufen, steckt dieser, völlig übermüdet, seinen Kopf ins Gefieder und zieht es vor zu schlafen. Von Mutter Amsel keine Spur. Allerdings zeigt die Katze meiner Nachbarin Interesse, als sie soeben die Mauer überquert und verdächtig herüber äugt. „So kann ich dich nicht stehenlassen. In unserem Gästeklo ist es schön dunkel und ruhig. Da bist du sicher vor bösen Überraschungen. Schlaf dich erst einmal aus!“, spreche ich besorgt zu ihm und bringe ihn in Sicherheit. Meine Kinder (14w./16m.) versprechen, vor der Türe Wache zu schieben, um unserem kleinen Asylanten eine Nacht lang garantierte Ruhe zu gewähren. Ich sitze eine Stunde später mit meiner Frau und Freunden im Bonner Opernhaus und höre eine gelungene Darbietung der H - Moll Messe von Johann Sebastian Bach. Meine Gedanken schweifen dabei immer wieder ab. „Hoffentlich überlebt mein kleiner Freund sein unfreiwilliges Abenteuer. Das ich nicht daran gedacht habe, die Jauchetonne abzudecken, werfe ich mir vor. Es ist meine Schuld, wenn dieses junge Leben stirbt.“ Die Musik setzt Emotionen frei, die ich so deutlich empfunden habe, als meine Kinder noch klein waren. Beschützerinstinkte lassen jedoch nach, je selbständiger die Kinder werden. Bevor wir uns selbst schlafen legen, werfen meine Frau und ich noch einen Blick ins Gästeklo. An der Tür klebt ein Zettel mit der Aufschrift: Achtung schlafender Vogel! Bitte Ruhe! Ruhig und gleichmäßig atmend, schläft unser Gast dem Morgen entgegen. Mit dem ersten Vogelzwitschern werde ich wach. Mein kleiner Freund scheint von der plötzlichen Helligkeit und dem aktiven Vogelgesang völlig überrascht zu sein. Ich stelle ihn mit der Unterlage auf den Rasen und ziehe mich als Beobachter der Szene hinter das Wohnzimmerfenster zurück. Ob er jetzt wohl nach seiner Mutter ruft oder los hüpft? 10 Minuten vergehen, nichts passiert. Ungeduldig stupse ich ihn an und fordere ihn auf:“ Du mußt auch rufen! Wie soll Dich Deine Mama sonst finden. Los jetzt!“. Mein kleiner Freund denkt nicht daran, meiner Aufforderung nach zu kommen. „Ich habe noch nicht gefrühstückt!“, scheint er sagen zu wollen und schaut mich an. Im Kompost werde ich schnell fündig. Vier dicke Regenwürmer müssen fürs erste reichen. Tatsächlich sperrt unser eigensinniger Gast seinen Schnabel weit auf, als er die leckeren Happen erblickt. Viermal geschluckt, weg sind sie. Ein plötzlicher Energiestoß läßt seinen Körper zucken. Mit einigen kräftigen Sprüngen, unterstützt von flatternden Flügelschlägen, hüpft er unter den Holunderbusch. „Paß auf unseren Teich auf!“ rufe ich in Gedanken hinter ihm her. Ein kräftiges anhaltendes „Tschilpen“ ist darauf zu hören. Ich ziehe mich zurück und beobachte vom Schlafzimmerfenster aus das weitere Geschehen. Es dauert nicht lange, da fliegt ein Amselweibchen im Kamikazeflug in den Busch hinein. „Gott sei Dank“, denke ich, „die Familienzusammenführung scheint gelungen zu sein.“ Froh und erleichtert lege ich mich noch einmal ins Bett. Mein erster Ferientag!!! Diese Geschichte schreibe ich auf, nehme ich mir vor, und gebe sie meinen Schüler/innen nach den Ferien zu lesen. Vielleicht motiviere ich sie damit, selbst „ein Erlebnis der besonderen Art“ niederzuschreiben. P.S. Einen Tag später treffe ich frühmorgens meinen kleinen Freund auf der Terrasse wieder. Er sitzt auf einem unserer Sessel und genießt in aller Ruhe die wärmenden Sonnenstrahlen. „Na, kleiner Mann, kommst du zum Frühstück vorbei?“, frage ich ihn und eile zum Kompost, um ihm einige appetitliche Regenwürmer zu holen. Als ich zurückkomme, ist er verschwunden. Das heißt, nicht ganz, etwas hat er mir zurückgelassen. Auf den Polstern leuchten zwei feucht glänzende, weißlich, schwarz, schimmernde Schmelzspuren in der Sonne. „Habe schon gefrühstückt“, soll ich wohl daraus entnehmen. „Mach Dir keine Sorgen, ich komme schon alleine klar!“ „Danke Dir für diese Botschaft!“, antworte ich ihm in Gedanken und freue mich über seine „Nachrichten“. Georg Dahlberg, Lehrer an der Gesamtschule Hennef
Liebe auf den zweiten Blickvon Jenny Müller und Anja Krey 1997 Jim von Dimitri ging zu einer Kirmes und sah dort eine Raupe. Damit wollte er einmal fahren. Er holte sein Portemonnaie heraus und kaufte sich zwei Fahrchips. Dann hörte er die Stimme im Lautsprecher: „Es geht gleich los! Bitte nehmen sie Platz.“ Zufällig sah er die etwas bedröppelt reinguckende Elisabeth unten an der Rampe stehen. Er kannte sie nicht. Weil er aber zwei Chips hatte, lud er sie ein, mitzufahren. Etwas schüchtern willigte Elisabeth ein. Sie setzten sich zusammen in einen Wagen. Weil Elisabeth etwas Angst zu haben schien, legte Jim beschützend einen Arm um sie. Dann ging es los. Elisabeth lächelte vor Glück. Sie war noch nie in einer Raupe mitgefahren. Die Raupe fuhr immer schneller, und sie rückten immer näher zusammen, sie schauten sich an und küßten sich. Da merkten sie, daß sie füreinander geschaffen waren. Es war Liebe auf den zweiten Blick. Auf ihr gemeinsames, junges Glück tranken sie ein Glas Champagner. Sie fuhren zu Jim nach Hause und verbrachten einen romantischen Abend mit gutem Essen und Kerzenlicht. Es wurde sehr spät. Irgendwann gingen sie dann ins Bett. Nach ein paar Wochen erfuhr Elisabeth, daß sie schwanger war. Jim und Elisabeth heirateten, und sie wurden eine glückliche Familie.
Keine Macht den Drogenvon Kathrin Stern Kate
und Rachel, zwei 16 jährige Mädchen, waren von zu Hause abgehauen. Sie leben
jetzt mit ihren Freunden, die schon länger Straßenpunks waren, zusammen.
Glück im UnglückKatja Krämer Mitten in der Stadt, in einer kleinen Wohnung lebte Gerda Gertrudis, eine nette alte Dame. Eigentlich ging es ihr nicht schlecht. Alles was sie brauchte, konnte sie in der Nähe ihres Hauses kaufen. Jeden Nachmittag machte sie einen Spaziergang, durch den Stadtpark. Leider war sie oft allein. Sie war 86 Jahre alt und seit fünf Jahren Witwe. Ihre Geschwister waren alle schon verstorben. Keine anderen Verwandten von ihr lebten in der Stadt. Eines Tages passierte etwas Merkwürdiges. Gerda machte gerade ihr Lieblingsessen., Spiegeleier mit Bratkartoffeln. Sie reckte sich nach einem Teller im Schrank, und da knackte es in ihrem Rücken. Vor Schmerz ließ sie den Teller fallen. Zum Glück stand das Telefon ganz in ihrer Nähe, und sie konnte den Hausarzt anrufen. Doktor Frank gab ihr eine Spritze und versprach Hilfe. Ein Zivildienstleistender sollte sie versorgen. Nach kurzer Zeit meldete sich ein junger Mann bei ihr. Gerda erschrak, als sie Tom vor sich stehen sah. Tom sah ihrem Sohn sehr ähnlich, der vor 40 Jahren tödlich verunglückt war. Sie mußte deshalb weinen. Tom tröstete Gerda, und sie erzählte ihm alles. Tom fand Gerda sehr nett. So eine Oma hatte er sich schon immer gewünscht. Er freute sich, wenn er mit ihr erzählen konnte und versorgte sie sehr liebevoll. Nach einiger Zeit ging es Gerda schon viel besser. Sie konnte wieder aufstehen. Tom mußte sich auch um andere ältere Menschen kümmern. Aber in seiner Freizeit kam er immer wieder zu Oma Gerda. Dann erzählten sie und tranken dabei gemütlich Kaffee.
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